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DIE INSEL PROCIDA
EINE KLEINE INSEL
Die Insel Procida ist die kleinste im Golf von Neapel, und im Vergleich zu ihren beiden großen Schwestern, Capri und Ischia, weit weniger bekannt. Procida liegt am nördlichen Rand des Golfs, gegenüber den Phlegräischen Feldern, und hat mit ihnen, wie seine Schwester Ischia, seinen vulkanischen Ursprung gemeinsam. Von Pozzuoli aus erreicht man Procida per Schiff in einer halben Stunde, vom neapolitanischen Hafen Beverello aus in circa einer Stunde. Procida ist ein Inselchen von etwas weniger als vier Quadratkilometern Fläche, mit steilen Küsten und langen schmalen Stränden von schwarzem Vulkansand. Es ist mit 10.800 Einwohnern dicht besiedelt und bestens erschlossen. Mehrere Hügel formen die Konturen seines gewellten Lands, das die Farben von Gemüse- und Blumengärten schmücken und enge gewundene Straßen durchziehen. Der höchste erhebt sich etwa hundert Meter übers Meer und hat in sicherer Höhe die mittelalterliche Stadtstruktur der "Terra Murata" bewahrt. Procidas Geschichte ist die Geschichte Neapels mit all ihren Wechselfällen; doch die Insel hat eine besondere Eigenart: Seit uralten Zeiten bewohnt sie ein Volk der Seefahrer, und die Fahrten übers Meer haben ihr wirtschaftliches Leben, ihre Kultur und ihre Seele geprägt. Davon erzählen fünfzehn Kirchen, unzählige historische Bauten, und drei Häfen mit exotischen arabischen Zügen. Und noch heute bestimmt das Meer das Leben der "Procidani", und ihre Herzen regiert der Kampf, der einst auch Odysseus verzehrte: zwischen der Leidenschaft für die Fahrt aufs Meer und der Sehnsucht nach der Rückkehr.